
Es gab mal die Annahme, dass durch Internet und Mobiltelefon der Ort bedeutungslos wird. Das Gegenteil ist der Fall. Gerade die hochmobile, kreative Klasse sucht sich Orte, an denen Lebensqualität und soziale Dichte zusammenkommen. Gerade der digitalen Bohème ist wichtig, wer im Café neben einem sitzt und warum. Orte mit hohem Anteil an Künstlern und Schwulen sind in den USA die Orte mit dem höchsten Wirtschaftswachstum.
09.08.2007 | 15:21 | Sascha Lobo | - Place Does Matter
Nun, die Überschrift verrät es bereits: ich hatte gestern einen Zitteranfall vor Freude, weil ein Paket mit der koreanischen Übersetzung von "Wir nennen es Arbeit" ankam. Lustig ist, dass nicht alles übersetzt ist, sondern immer Mal wieder zwischendurch ein Originalwort steht, etwa "Gebühreneinzugszentrale". Ausserdem sind die meisten Namen und Webadressen in lateinischen Buchstaben – ebenso die Mailadresse der Übersetzerin unter ihrem Autorenprofil. Der koreanische Leser muss also mindestens zwei Alphabete bedienen können. Falls jemand weiss, wie man den Amazon-Rang (bzw. die Entsprechung) auf den koreanischen Websites abfragen oder vielmehr verstehen kann, möge er sich melden. Dass übrigens "Wir nennen es Arbeit" ins Koreanische übertragen wurde, hat nicht nur mit der Qualität des Buchs zu tun: Etwa vergleichbar mit der Band von nebenan, die hier vor 12 Leuten spielt und in Japan Stadien füllt (hat jeder im Bekanntenkreis, muss man nicht extra erklären), scheint Korea ein kultureller Zweitmarkt für Bücher zu sein, wo deutschsprachige Neuerscheinungen zu Dutzenden von den Verlagen eingekauft werden. Bei unserer nächsten Lesung in einem koreanischen Stadion sage ich vorher bescheid.
27.11.2006 | 02:08 | Sascha Lobo | - Place Does Matter
Wiederum ist es hier unverhältnismässig ruhig im Blog, wir sind nämlich wieder auf Lesetour. Ganz ehrlich, inzwischen geht es einem auf den Am Freitag haben wir mit grosser Begeisterung aber in geschlossener Gesellschaft an der HGKZ, der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich, eine Buchlesung nebst Workshop veranstaltet. Die zum Teil sogar freiwillig zuschauenden Studenten gehörten zum Studiengang, bitte festhalten, "Style und Design". Wer von uns wollte nicht Style studieren (rhet. Frage, bitte nicht in den Kommentaren antworten)? Nun, nach zwei Tagen Schweiz inklusive der Verpflanzung eines Käsebriketts called Fondue in den Magen, geht es mit der Tour weiter.
Heute abend um 19.00 Uhr sind wir in Flensburg bei Bücher Rüffer, das ist in der Strasse Holm Nr. 19-21, ich wünschte, es wäre ein Scherz, wann lesen wir eigentlich mal in einer Saschastrasse oder wenigstens bei Sheriff Lobo?
Morgen, Dienstag, geht die Lesensabschnittsfahrt ihrem Ende entgegen und das tut sie in Bremen, Alte Stauerei, Cuxhavener Str. 7 um 20.00 Uhr. Die Eintritte sind jeweils nicht so teuer, hängt aber nicht so von uns ab, sondern von der veranstaltenden Instanz. Das blosse Erwähnen dieses Beitrags bei den obenstehenden Veranstaltungen berechtigt aber nach der Lesung zur Entgegennahme einer Bierflaschenspende durch mich (solange der Vorrat reicht).
02.11.2006 | 11:16 | Holm Friebe | - Das Prinzip Bohème | - Place Does Matter

Foto: Ulrich Bentele, tagesschau.deSo schnell kann es gehen: Nun taucht die "digitale Bohème" bereits in der Tagesschau auf, zumindest auf der Website. Ulrich Bentele hat sie für tagesschau.de im Berliner Bohème-Stützpunkt St. Oberholz besucht, O-Töne abgefischt und ein paar hübsche Fotos gemacht. Ob sie es damit auch in die Prime-Time-Ausgabe oder in die Tagesthemen schafft, wird man heute abend in diesem merkwürdig anachronistischen Apparat namens Fernseher überprüfen können.
P.S.: Und auch dpa war unter anderem für den Stern zu Gast im St. Oberholz. Herrje, bald kann man vor lauter Pressevertretern dort nicht mehr in Ruhe arbeiten. Ansgar, tut uns Leid!
P.P.S: Vollständigkeithalber für heute hier noch ein langes Interview mit Martin Conrads für Netzzeitung, wo wir aber mal so richtig vom Leder ziehen. Heute Abend ab 19 Uhr kann man uns zudem auf BR2 in der Sendung Zündfunk hören und ab 22:15 Uhr auf RBB in der Sendung Stilbruch sehen. Wo wohl gedreht? Im Café St. Oberholz natürlich.